Vampir Lifting und Instabreasts – (Blutige) Schönheit to Go?

Vampir Lifting und Instabreasts – (Blutige) Schönheit to Go?

München, aktualisiert 02.10.2020

Die neuste Lifting-Methode (Vampir-Lifting) für ein jugendliches Aussehen, das eine prallere und straffere Haut verspricht, hört sich an wie der Stoff einer alten Legende, die zahlreiche Schriftsteller zu einer künstlerischen Bearbeitung inspiriert hat: Die im 17. Jahrhundert lebende ungarische Gräfin Elisabeth Báthor ging nämlich in die Geschichte als die „Blutgräfin“ ein. Sie töte junge Frauen, um später im Blut ihrer Opfer zu baden. Dadurch wollte sie ihre jugendliche Frische erhalten. So schaurig und grausam wie diese Legende klingt, ist die Eigenplasmatherapie – oder auch Vampir-Lifting genannt – nicht. So wird aus dem Blut des Patienten thrombozytenreiches Plasma (PRP) gewonnen, dessen Wachstumsfaktoren zum einen das Bindegewebe revitalisieren und zum anderen die körpereigene Produktion von Hyaluronsäure sowie die Kollagenbildung anregen. Das Konzentrat wird anschließend in die Haut eingebracht – dies erfolgt durch Unterspritzung, durch Needling oder auch als Maske nach Laserbehandlungen.

Faltenbekämpfung mit körpereigenen Mitteln – das hört sich unbedenklich an. Kein Wunder, weshalb Celebrities wie Kim Kardashian oder Models wie Bar Refaeli diesem neuen Trend folgen und Fotos nach der Behandlung auf Instagram zeigten – das Tabu haben sie somit überwunden.

Brustvergrößerung to go – was sind Instabreasts?

Man sieht sie überall. Ob in der Fußgängerzone, im Büro oder an Bahnhöfen: Pappbecher mit einem grünen Sirenen-Firmenlogo sind aus der Stadtlandschaft nicht mehr wegzudenken. Starbucks hat wie keine andere Kaffee-Kette die Kaffeekultur nachhaltig geprägt. Kaffee zum Mitnehmen – für diejenigen, die keine Zeit haben das edle Heißgetränk an Ort und Stelle zu trinken. Das passt zu unserer Zeit, in der wir leben, denn der Zeitdruck ist allgegenwärtig. Und so hat sich das To-go-Prinzip in viele Lebensbereiche eingeschlichen. Wenn es sogar Wissen-to-go gibt, warum also auch nicht Schönheit-to-go? Auch im medizinischen Bereich diktiert der American Way of Life neue Trends. Die sogenannten Instabreasts sind aktuell ein Gesprächsthema, das polarisiert.

Das Angebot ist verlockend: Große Brüste für einen Tag. Was sich nach einer Cinderella-Story anhört, ist in Amerika bereits Realität. Eine Kochsalzlösung wird unter einer örtlichen Betäubung in die Brüste gespritzt und nach schon 20 Minuten ist das Ergebnis sichtbar: eine pralle Brust. Der Schönheitseingriff wird als Attraktivitätssteigerung für besondere Anlässe wie Hochzeit oder Jahrestage beworben.

Gesundheitliche Risiken (noch) nicht nachzuweisen

Gesundheitliche Risiken können aufgrund fehlender Studien nicht eindeutig belegt werden. Allerdings wird Kochsalzlösung in der Medizin in vielen Bereichen eingesetzt: Zum Beispiel Infusionen und Spülungen. Nicht zu Letzt besteht unser Körper zu 83 % aus dieser Flüssigkeit. Gewiss kann ein negativer Effekt dann entstehen, wenn die Brust öfter mit solchen Injektionen temporär vergrößert wird. Durch eine extreme Ausdehnung kann das Stützgewebe nicht wie ein Gummiband in den ursprünglichen Zustand zurückkehren. Auch Spannungen sowie Schmerzen können beim Dehnen entstehen. Zudem ist die Modellierung der Brust nur bedingt möglich, denn die Kochsalzlösung verläuft sich im Gewebe.

Brustvergrößerung durch Injektion ist aber kein Novum, sondern ein „alter“ Hut. Bereits Hyaluronsäure, die zur Faltenunterspritzung verwendet wird, diente einem ähnlichen Zweck. Das Ergebnis sollte etwa zwei Jahre halten. Mittlerweile ist diese Methode aber aus der Mode gekommen, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass der Füllstoff die Mammografie-Ergebnisse verfälscht. In Deutschland wird die Hyaluronsäure zur Brustvergrößerung deshalb nicht mehr verwendet.

Eine Brustvergrößerung durch Kochsalzinjektion mutet wie ein Party-Spaß an. Die Schnelllebigkeit die hinter diesem Gedanken steht, trifft den Zahn unserer Zeit. Nachhaltigkeit sieht anders – ob sich der Trend in Deutschland durchsetzen wird, ist fraglich. Denn zwischen Amerika und Europa gibt es nicht nur Kulturunterschiede, sondern auch in ästhetischen Sphären liegt der Atlantik dazwischen.

Dr. Markus Klöppel

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